Die Vorteile von Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken (GuD-Kraftwerke) liegen auf der Hand. Sie lassen sich mit vergleichsweise tiefen Investitionskosten realisieren und ihre Stromproduktion kann sehr flexibel gesteuert werden. Sie sind damit ideale Mittellast-Kraftwerke, können aber auch Spitzenlasten und theoretisch Teile der Grundlast (Bandenergie) decken, was aufgrund des Gaspreises jedoch heute nicht wirtschaftlich ist.

Diesen Vorteilen stehen aber gravierende Nachteile gegenüber. Die Gestehungskosten sind direkt von den internationalen Erdgasmärkten abhängig und somit sehr volatil. Der Grossteil der Wertschöpfung fällt aufgrund des hohen Anteils der Primärenergie an den Gestehungskosten im Ausland an. Zudem wird sich durch den Betrieb von GuD-Kraftwerken der Ausstoss von Treibhausgasen enorm erhöhen. Die heutige Schweizer Stromproduktion ist dank Wasser- und Kernkraft praktisch CO2-frei. Damit werden die Schweizer Bemühungen um Einhaltung der Kioto-Protokolle ad absurdum geführt.

Das Energieforum Nordwestschweiz erachtet daher den Bau Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken als wenig sinnvoll. Vielmehr gilt es, den bestehenden, praktisch CO2-freien Strommix aus Wasserkraft und Kernenergie so lange wie möglich beizubehalten. Das Energieforum Nordwestschweiz ist sich jedoch bewusst, dass sich die Energiestrategie 2050 ohne Umwege über GuD-Kraftwerke nicht realisieren lässt, falls keine neuen Kernkraftwerke in der Schweiz gebaut werden.