Die Wasserkraft ist einer der beiden Hauptpfeiler der Schweizer Stromproduktion. Flusskraftwerke liefern Bandenergie, Pumpspeicherkraftwerke stellen Spitzenenergie bereit. Damit ist die Wasserkraft für unsere Versorgungssicherheit zentral. Die Stromproduktion erfolgt zudem ökologisch.

Das Ausbaupotenzial für Wasserkraft ist in der Schweiz aufgrund der bereits hohen Nutzung relativ klein. Dort, wo Neu- oder Ausbauten insbesondere auch im Bereich der Kleinwasserkraftwerke möglich wären, blockieren Umweltverbände oft die Projekte. Auch auf gesetzgeberischer Ebene wird die Wasserkraft ausgebremst. So verlangt die Revision des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer, dass Restwassermengen erhöht sowie Schwall- und Sunkbewegungen reduziert werden. Damit wird die Stromproduktion durch Wasserkraft eingeschränkt. Zudem verunmöglicht das gegenwärtige Marktumfeld den Bau neuer Wasserkraftwerke. Schuld daran ist die zügellose Subvention neuer erneuerbarer Energien im Ausland. Der Markt wird mit billigem Strom überschwemmt. Mit den Dumpingpreisen kann die nicht geförderte Wasserkraft nicht mithalten, obwohl beispielsweise neue geplante Pumpspeicherwerke regulierbare, erneuerbare Energie zu deutlichen tieferen Gestehungskosten bereitstellen könnten, als die subventionierten Technologien. Es erscheint deshalb ambitiös, bis 2030 die Produktionskapazität der Wasserkraft um 2’000 GWh zu erhöhen, wie in der Energiestrategie 2050 vorgesehen.

Das Energieforum tritt dafür ein, das Potenzial der Wasserkraft auszuschöpfen. Insbesondere kann die Stromerzeugung mit flexibleren Restwassermengen gesteigert und besser gesteuert werden, um Nachfragespitzen oder Spannungsabfälle im Stromnetz zu decken. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil die Anteile von Wind- und Solarstrom weiter steigen und deren starke Fluktuation in der Stromerzeugung zwingend Reserve- und Regelkapazität bedingt. Aufgrund der klimatischen und meteorologischen Gegebenheiten wird dies in der Schweiz häufig der Fall sein. Zudem braucht es auf politischer Ebene Lösungsansätze, wie die Preise für Strom aus Wasserkraftwerken wieder konkurrenzfähiger und Marktverzerrungen beseitigt werden. Nur so wird der geplante Ausbau der Wasserkraft in der Schweiz auch tatsächlich realisiert.