Im Zeichen der «Energiewende» will neben Merkel auch der Bundesrat aus der Kernenergie aussteigen. Die Bundespolitik schlägt neben viel Regulierung vor allem eine Erhöhung der Ökostrom-Subventionen auf eine Stromkunden-Abgabe von 1,5 Rappen pro Kilowattstunde vor. Die Förderung von Wind- und Solarstrom – so die irrige Auffassung – sei ein Schlüssel zum erfolgreichen Umbau unserer Energieversorgung.

Subventionen – und diese Lehre ist nicht neu – führen meist in eine Sackgasse. Das trifft auch im Energiebereich zu. Höhere Subventionen werden uns nicht nur Arbeitsplätze kosten, sie führen auch in die energiepolitische Sackgasse, wie Auslandbeispiele zeigen.

Abruptes Ende für subventionierte Windanlagen in Österreich

In Österreich herrscht wie in Deutschland Windpark-Goldgräberstimmung. Dank der garantierten Einspeisvergütung beträgt die durchschnittliche Jahresrendite 7 %. Mittlerweile ist die Landschaftsverschandelung durch die hingepflasterten Anlagen so weit fortgeschritten, dass der Landeshauptmann des Bundeslandes Niederösterreich letztes Jahr einen abrupten Ausbaustopp für Windkraft verfügen musste.

Verheerende Folgen der Solarstromsubvention in Deutschland

In Deutschland ist die Errichtung einer Solaranlage ein todsicheres Anlagemodell. Mit der garantierten Einspeisevergütung kann der Kredit abbezahlt werden und anschliessend wirft die Anlage Geld ab. Entsprechend nahm die Einspeisung von subventioniertem Solarstrom in Deutschland in den letzten Jahren exponentiell zu. Für Deutschlands Stromversorgung und Netze ist die Entwicklung fatal. Je mehr Strom die Wind- oder Solaranlagen vorrangig einspeisen dürfen, umso grösser wird der Druck auf die konventionellen Stromproduzenten. Die Folge: An den Energiebörsen sinken die Preise und die Margen gehen rasant zurück. An der Leipziger EEX ist der Preis für Strom, der 2014 geliefert werden soll, innerhalb von zwei Jahren um 50 % gesunken.

new family building with solar panels

Subventionierte Solarpanels: für manchen Hausbesitzer ein gutes Geschäft – für die Versorgungssicherheit ein Problem.

Die Folge: neue Subventionsjäger unterwegs

In Deutschland wären Gaskraftwerke nach dem Abstellen der KKW die ideale Ergänzung zu den erneuerbaren Energien, da sie die naturbedingten Schwankungen der Solar- und Windenergie auffangen können. Nur sind sie als Lückenbüsser vergleichsweise teuer und erhöhen die Abhängigkeit von Putins Russland. In der Schweiz würden sich für diese Rolle Wasserkraftwerke anbieten. Doch wie in Deutschland fehlen in der Schweiz den Stromproduzenten aufgrund des Preiszerfalls die Mittel für den Bau solcher neuer Kraftwerke. Und es kommt, wie es kommen muss – neue Subventionsjäger stehen auf der Matte: Man will auch die Wasserkraft subventioniert haben. Daneben gehen überall in Europa alte und neue Kohlekraftwerke ans Netz. Die Oekostromsubventionen bewirken also eine «Energiewende» der eigenen Art, die höhere statt tiefere CO2-Produktion bewirkt. Das Schlimmste an dieser Subventionsspirale: Die Folgen tragen die Konsumenten und das Gewerbe, die laufend höhere Strompreise zu berappen haben.

Nicht durchdachte Energiestrategie des Bundes

Die aufgrund des «Fukushima-Effekts» überhastet verabschiedete Energiestrategie des Bundes setzt leider auch auf die verheerenden Subventionen. Massive Korrekturen sind deshalb nötig. Die «Energiestrategie 2050» des Bundes ist wie folgt anzupassen:

  • Mehr Markt, weniger Plan: Die vom Staat angeordnete Subventionitis gefährdet unsere sichere und günstige Energieversorgung.
  • Erhalt der günstigen Stromproduktion: Verteuerungen durch Abgaben und Auflagen aller Art vertreiben die Industrie aus der eh schon teuren Schweiz.
  • Erhalt sauberer Strommix: möglichst wenig Ersatz von Stromproduktionsarten durch fossile Energieträger.
  • Eigenversorgungsgrad hoch halten: mehr Geothermie mit Bandenergie, weniger Wind und Sonne bei den Erneuerbaren.
  • Keine Technologieverbote: Bei den KKW bleibt die Sicherheit einziges Abschaltkriterium. Schliesslich ist die Zeitachse für den Umbau der Energieversorgung massiv zu erstrecken. Nur so erhalten wir unsere heutige exzellente, weil diversifizierte und nachhaltige Energieversorgungssituation.